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DIE GESCHICHTE

Die Villa Cattani Stuart ist eine der berühmtesten historischen Residenzen in der Provinz Pesaro und Urbino und der Marken überhaupt.
Das Gebäude mit seinen wunderschönen italienischen Gärten stammt aus der Zeit zwischen 1630 und 1680 und wurde von Giacomo Cattani, Giuliano Cattani und Carlo Giuseppe Cattani entworfen und errichtet. Die Cattani waren Kaufleute aus Stazzona, einer Stadt an den Berghängen hinter Dongo am Ufer des oberen Teils des Comer Sees.
Die Villa wurde gebaut, um der Familie Cattani ein Domizil zu bieten, das ihrem Namen Prestige und Würde verlieh. Zugleich sollten hier die benachbarten Siedler empfangen werden können, die die Aufgabe hatten, die umliegenden 10 Hektar Land auf den fruchtbaren Hügeln von Trebbiantico zu bewirtschaften, welche auch einen Olivenhain mit über 200 Bäumen und eine Ölmühle beherbergten. Hinzu kam die Funktion als Ausgangsort für Jagd und Spiele, die damals noch echte soziale Rituale darstellten.

Das Haus erwies sich seiner Aufgaben als würdig und war auch Schauplatz zweier großer Liebesgeschichten: zum einen zwischen dem Familienerben Pietro Cattani und Laura Gabardini, der Tochter einer der bekanntesten Familien Pesaros, eine Verbindung, aus der sieben Töchter und zwei Söhne hervorgingen; zum anderen zwischen Carlo Giuseppe Cattani und Marta Muccioli, dem Spross einer anderen reichen und mächtigen Familie in Pesaro; Zeichen dafür, dass die Cattani an die Spitze des gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Lebens der Stadt aufgestiegen waren. Ein anderer Beleg ihres Ansehens war, dass der päpstliche Gesandte von Pesaro und Urbino, Alemanno Salviati, die Villa von 1717 bis 1726 als seine Sommerresidenz wählte; diese Zeit stellte die Blüte der Pracht des Hauses dar. Die päpstlichen Gesandten waren die Vertreter des Heiligen Stuhls und des Kirchenstaates auf dem Territorium und zugleich Präfekte, Verwalter und Richter der Provinz.

Neun Jahre lang war die Villa Cattani so das Zentrum des politischen, gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Lebens der Provinz und ein Ort für diplomatische Treffen zwischen Kardinal Salviati und politischen sowie religiösen Vertretern aus anderen Provinzen Italiens und dem Ausland. Eine dieser Zusammenkünfte war hinsichtlich der Prominenz des Gastes ganz besonders bedeutungsvoll. Am 6. Oktober 1726 beschloss Kardinal Salviati, James III. Stuart (Jakob III., 1688–1766), den Sohn des englischen Königs James II. (Jakob II.), zeitweise in der Villa Cattani aufzunehmen, der als katholischer Thronprätendent vom protestantischen Wilhelm von Oranien aus England verbannt worden war und seit 1719 in Rom lebte. Mit ihm befand sich vorübergehend ein englischer Thronfolger mit seinem 80köpfigen jakobitischen Exilhof in Pesaro. Er wurde später mit seiner Frau und den beiden Söhnen, den letzten Erben der Stuarts, in den Vatikanischen Grotten des Petersdoms bestattet, wo ein Denkmal von Canova an sie erinnert. Sein älterer Sohn Charles Edward Stuart (1720-1788) kam später zu Ruhm als „Bonnie Prince Charlie“; der jüngere, Henry Benedict Stuart (1725-1807), wurde Kardinal und Bischof von Frascati.

Nach dem Tod von Marianna Cattani im Jahr 1802, dem letzten Sproß der Familie Cattani und der Ehefrau des Marquis Giovanni Paolucci, gelangte die Villa nie wieder in die Hände der Familie, die ihr den Namen gegeben hatte. Die Lebensereignisse der danach in der Villa ansässigen Familie Paolucci verdienen ein eigenes Kapitel, ebenso wie die der Familien Bolis, Giungi und Marconi. In der Villa Cattani liegt daher ein Band über sie und das Haus für Gäste bereit, die mehr erfahren wollen. Lernen Sie die Geschichte der Villa „live“ kennen, besuchen Sie sie und wohnen Sie dort wie die alten hochrangigen Gäste.
Heute ist es die Familie Tomassini-Guidi, die den architektonischen Adel des Gebäudes und die kostbare Harmonie der umliegenden gerühmten italienischen Gärten am Leben erhält. Möchten Sie sie kennenlernen? Klicken Sie hier.

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